goodbye-collage

 

Mit dem Re-Launch des Blogs beginnt für mich ein neuer Zeitabschnitt. Bloggen ist für mich zu einem Teil meines Lebens geworden und mittlerweile auch mein Beruf. Noch vor wenigen Jahren wäre dies nicht vorstellbar gewesen. Ich schaue zurück auf die Anfänge, ziehe ein Resümee und erkläre welches Ereignis den Blog ins Leben gerufen hat…Und zitiere natürlich längst vergessene Pop-Bands.

 

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. So hat alles angefangen. In meiner aller ersten Kolumne auf „The Lost Boy“ habe ich davon erzählt, wie der Kauf eines Mac Books meine Lust auf schreiben und bloggen wieder hervorgerufen hat. Oft sind es die kleinen Dinge, die einen wieder an die eigentlichen Hobbys und Leidenschaften erinnern. Ein Song im Radio, ein altes Bild oder wie bei meinem Fall, ein Mac Book welches mir entgegen geblinzelt hat: „Versuch es noch mal mit dem Bloggen“.

Das Thema Blogging verfolgt mich schon mein ganzes Leben lang. Sobald es Blogger-Seiten gab, habe ich Homepages erstellt und munter darauf los getextet. Nur, dass es nie jemand gelesen hat. Ich bin von Natur aus ein sehr introvertierter Mensch. Mir fällt es schwer auf Menschen zuzugehen, wenn ich nicht einschätzen kann, wie der Gegenüber reagiert. Nun sind ein Blog und ein introvertiertes Auftreten zwei Dinge, die nicht wirklich zueinander passen. Deswegen habe ich das Bloggen für einige Zeit auf Eis gelegt und mich hinter meinen Büchern und meiner Kunst vergraben. Es ist schon merkwürdig wieso mich erst ein Laptop daran erinnern muss, wie sehr ich es liebe Texte zu schreiben und diese sofort mit der Welt zu teilen.

Vor knapp 1,5 Jahren ging „The Lost Boy“ online. Die 1,5 Jahre vergingen wie im Flug und ich möchte die Zeit des Re-Launches nutzen um noch die Zeit einmal Revue passieren zu lassen:

Als der Blog online ging, habe ich gerade ein Praktikum bei einem Modemagazin gemacht. Ich hatte also täglich Kontakt mit Mode und wollte aus meinem Blog ein rein informatives Online-Magazin über Kampagnen, News und Lookbooks machen. Schnell wurde mir jedoch klar, dass dieser Plan nicht klappen konnte. Also entschied ich mich dazu, persönlicher zu schreiben und mehr über mich preis zugeben.

Das erste Event war dann gleich eine Filmpremiere. Fack ju göhte mit Elyas M Barek feierte Deutschland-Premiere und ich weiß noch ganz genau, welch merkwürdiges Ereignis es war, auf einem roten Teppich neben all den Stars zu stehen. Schüchtern versuchte ich den Kameras aus dem Weg zu gehen, die Promis nicht zu stören und bloß niemanden aufzufallen. Das änderte sich schnell und spätestens bei meiner ersten Fashionweek in Berlin waren alle Kameras auf mich gerichtet und ich genoss es Interviews zu geben und fotografiert zu werden.

Es heißt man wächst an seinen Aufgaben und ich stimme definitiv zu.

Auch wenn man sich beim ersten Mal unwohl oder falsch am Platz fühlt, kann man in eine Sache rein wachsen und von Auftritt zu Auftritt besser werden. Es gibt zwei Dinge die ich in meinen Blogger-Jahren gelernt habe:

Nummer eins ist, dass man immer in Baby-Schritten denken sollte. Nichts passiert über Nacht. Wenn man nicht gerade Kim Kardashian heißt und ein Sex-Tape veröffentlicht, wird man über Nacht nicht berühmt und wird auch über Nacht nicht von einem Magazin zur Stilikone ernannt. Alles passiert langsam und schleichend. Das wichtige ist, dass es vorwärts geht. Nummer zwei ist: Geduld. Geduld ist die wichtigste Tugend in allen Bereichen. Wie oft bin ich zu Hause vor dem Handy verzweifelt, weil ein cooles Event war und ich nicht eingeladen wurde. Oder, dass ich eingeladen war und zu der Zeit nicht in der Stadt war. Aber es rennt nichts davon. Solange man hartnäckig ist und seine Träume nie aus den Augen verliert, ist man mit Geduld und Leidenschaft gut bedient.

Der Blog hat mich an Orte gebracht, die ich mir immer erträumt hatte. Fashionweeks, Kinopremieren, exklusive Dinner mit Designern und Agenturen und Reisen in Metropolen. Ich bin immer noch wahnsinnig dankbar dafür, wenn ich Personen kennen lernen darf, die ich vor ein paar Wochen noch in Magazinen gesehen habe.

Noch dankbarer bin ich Magazinen und Redakteuren, die mir die Chance geben, meine Journalistischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Ich habe sieben Semester Kultur-Journalistik studiert und brenne deswegen Kolumnen schreiben zu dürfen oder Interviews führen zu führen.

Auch während dem Studium hat mich mein Blog immer begleitet und Türen geöffnet.

Ich weiß nicht ob es daran liegt, ob ich ein Junge bin und deswegen fast keine Konkurrenz habe, aber mein Blog wurde tatsächlich gelesen und nicht zu knapp und dafür bin ich sehr dankbar und stolz.

Was man aber auch nicht vergessen darf: Neben den vielen Events, Meetings mit Designern und Promis, Spaß und Reisen ist es auch vor allem Stress und ein Full-Time-Job. Deswegen habe ich den Entschluss gefasst, alles auf eine Karte zu setzen und mich mit meinem Blog selbständig zu machen.

Vielleicht liegt es am chronischen Schlafmangel oder der Aufregung, dass ich nicht davor zurück schrecke die No Angels zu zitieren. Diese sangen zu ihrer Zeit: „No matter if it’s right or wrong this time. 
We gotta leave the past behind. There is nothing more to say: so 
Goodbye to yesterday.“

 

In diesem Sinne,

vergesst das Träumen nicht. 

Euer,

The Lost Boy

 

HIER kommt ihr zu meinem Archiv und könnt lesen wie alles angefangen hat.