Es gab auf diesem Blog schon lange keinen persönlichen, längeren Text mehr. Das liegt vor allem daran, dass mir seit Monaten nur ein Thema im Kopf herum schwrirrt. „Wo will ich hin?“, „Wer bin ich?“, „Mache ich das richtige?“. Ich habe gefühlt hunderte Mal darüber  gesprochen und Texte geschrieben, weswegen ich bei jedem Blogpost das tippen aufhöre um Wiederholungen zu vermeiden.

Aber es ist wie es ist. Ich bin Mitte 20 und befinde mich in einem privaten und beruflichen Labyrinth. Seitdem ich im Kindergarten war, wusste ich IMMER was ich werden will und wie ich es werde. Ich konnte im detail genau beschreiben wie mein Leben aussehen sollte. Und genau das bin ich jetzt auch geworden. Ich lebe meinen Kindheitstraum und bin unendlich dankbar darüber. Doch zum ersten Mal in meinem Leben weiß ich nicht mehr ob es das richtige ist. Oder besser gesagt: Ob ich es noch bin.

Das Bloggen macht Spaß. Sehr sogar. Und ich verdiene Geld damit. Was immer noch verrückt ist. Als ich 2009 damit angefangen habe, hätte keiner damit gerechnet, dass man davon seine Miete bezahlen kann. Ein Pullover umsonst war damals schon echt klasse.

Jetzt können wir  davon leben, werden zu tollen Orten eingeladen und lernen Leute kennen, die ich als Kind angehimmelt habe. Aber trotzdem wälze ich mich im Schlaf hin und her und denke mir: „Ist es genau das was ich machen möchte?“.

Es ist nicht so als hätte ich nichts ausprobiert: Ich habe als Verkäufer in einem Laden gearbeitet, bei einer Postbank Filiale, im Amtsgericht, bei einer Tageszeitung, im Radiosender, in einem Nachtclub und mehrmals beim Fernsehen. Ach und als Komparse bei Filmen und Serien. Bei all diesen Berufen habe ich mich immer zurück zum Bloggen gesehnt. Das Schreiben und Kreative Arbeiten ist definitiv meine Leidenschaft.

Doch an was liegt es letzendlich? Vor kurzem war ich auf einer Party auf der man umsonst eine Wahrsagerin besuchen konnte. Ich wollte schon länger zu solch einem Service aber war schlichtweg zu geizig. Ich stellte mich also an und ließ mir die Karten legen.

Meine Frage war: „Bin ich beruflich auf dem richtigen Weg?“

Ich zog zwei Karten. Einmal die „Friedens-Karte“ und einnmal den „Magier“.

Die Friedenskarte bedeutet, dass ich aufhören muss nach Akzeptanz bei anderen zu suchen. Das ich mit mir selbst Frieden schließen muss, bevor ich etwas richtiges anfangen kann. Der Magier ist die Folge Karte davon und bedeutet, dass alles funktionieren wird, wie ich es mir gewünscht habe.

Das klingt nun sehr pauschal und nach einem Sprüchebuch aber es hat – in dem Moment – perfekt gepasst. Tatsächlich bin ich oft auf der Suche nach Akzeptanz und Zufriedenheit. Auf all diesen Mode Partys komme ich mir vor wie Casper das freundliche Schlossgespenst. Ich falle durch jegliche Muster die in dieser Szene prägend sind.

Ich bin nicht tätowiert, ich trinke keinen Alkohol, ich rauche nicht, ich habe noch nie Drogen genommen, ich gehe unglaublich ungern auf Partys, Schlafe viel lieber Nachts, unterhalte mich lieber über Pop Kultur und Nerd Themen als über Affären und wilden Party Storys, hasse Autofahren und alles was dazu gehört und bin nicht der Hit in Smalltalk.

Wenn dein Beruf nun daraus besteht, dass man mehrmals die Woche auf Events gehen „muss“ wo man genau auf solche Gruppen stößt, kommt man sich irgendwann ziemlich uncool und langweilig vor.

Ich habe oft darüber nachgedacht, ob es das richtige für mich ist. Ob ich in einer Welt leben kann, die mir das Gefühl vermittelt langweilig und uncool zu sein.

Die Antwort ist „JA“. Ich kann es. Meine komplette Schul- und Jugendzeit bis heute bin ich die Person geblieben, die ich sein wollte. Ich habe auf dem Pausenhof dem Rauchen wiederstanden, obwohl es damals als cool galt. Ich habe mich nicht tätowieren lassen, als es jeder tat. Ich habe in München hunderte Mal die Drogen von mir weggeschoben, als es mir angeboten wurde. Ich trinke keinen Alkohol, obwohl ich ihn auf jeder Party umsonst bekomme. Ich habe mich eigentlich schon längst akzeptiert und Frieden mit mir und meiner Art geschlossen. Berlin und die Berliner Modeszene hat mich noch einmal komplett durch gerüttelt und zum Nachdenken gebracht.

Ich bin uncool – und das ist auch gut so.

Denn: Cool sein ist relativ. Wenn ihr nicht gerne feiert, dann ist das ok. Wenn ihr nicht gerne Alkohol trinkt, ist das sogar ganz gut. Lasst euch nicht einreden, dass es unnormal ist, wenn ihr Samstag Abend zu Hause sein wollt. Natürlich ist es wichtig, sein Leben zu leben aber eben auf die eigene Art und Weise. Ich bin lieber uncool und bleibe dafür ich selbst. Meine Frage wohin mein Weg führt ist damit zwar nicht beantwortet aber ich kann jetzt voll und ganz die Magier Karte ausspielen.

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